Open·Mind Selbsttest
Wissenschaftlich fundiert · Anonym · In 5 Minuten

Wie hoch ist dein Suchtrisiko — und dein Psychoserisiko?

Ein kostenloser, wissenschaftlicher Selbsttest, der dein individuelles Risiko einschätzt: von einer psychoaktiven Substanz abhängig zu werden und durch sie eine Psychose zu entwickeln. Beide Dimensionen werden separat berechnet — auf Basis von 15 Risikofaktoren aus peer-reviewten Studien (Harvard, JAMA Psychiatry, SAMHSA, ACE-Forschung).

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Was diesen Test einzigartig macht

Online-Tests rund um Drogen und psychische Gesundheit gibt es viele — aber kaum einer schätzt die zwei Risiken ein, die für Konsum-Entscheidungen am wichtigsten sind: Wie wahrscheinlich entwickle ich eine Sucht oder eine Psychose durch eine Substanz? Die meisten Tests messen, ob etwas bereits da ist. Dieser hier blickt nach vorne.

Bestehende Sucht-Tests
AUDIT-Score · CAGE-Fragebogen · M.I.N.I.-Screening
Messen: Bist du bereits abhängig?
Bestehende Psychose-Screenings
PRIME-Screen · CAARMS · Heidelberger Risiko-Inventar
Messen: Hast du bereits Prodromal-Symptome?
Dieser Selbsttest
drogenrisiko-test.de
Misst: Wie wahrscheinlich entwickelst du eine Sucht oder Psychose durch Substanzkonsum?

Beide Dimensionen werden als separate Scores von 0–100 ausgegeben — weil sie sehr unterschiedliche Risikoprofile haben: Kratom etwa ist suchtrelevant, kaum psychoserelevant. Klassische Psychedelika wie LSD umgekehrt — kaum suchtrelevant, aber psychoserelevant bei familiärer Vorbelastung. Genau diese Trennung fehlt in fast allen anderen Online-Tests, und sie ist entscheidend für eine sinnvolle Risikoeinschätzung vor dem Konsum.

So funktioniert der Selbsttest

Der Test dauert etwa 5 Minuten und ist vollständig anonym. Keine Antwort verlässt deinen Browser.

i

15 Fragen beantworten

Zu deiner Lebenssituation, Familie, Persönlichkeit und deinem bisherigen Umgang mit Substanzen.

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Wissenschaftliche Auswertung

Deine Antworten werden gegen Risikofaktoren aus peer-reviewten Studien abgeglichen.

iii

Persönliches Profil erhalten

Du bekommst eine differenzierte Einschätzung – inklusive der Faktoren, die dein Ergebnis beeinflussen.

Was der Test misst

Der Test basiert auf 15 Faktoren, die in der internationalen Suchtforschung als wissenschaftlich etablierte Prädiktoren für problematischen Substanzkonsum und psychotische Episoden gelten.

Klicke auf einen Faktor, um die Studienlage dahinter einzublenden.

1
Familiäre Vorbelastung Genetische Veranlagung für Psychose und Sucht
Kernbefund

Sucht ist zu ca. 50 % erblich bedingt, Schizophrenie sogar zu 70–80 %. Das Risiko ist bei Verwandten ersten Grades (Eltern, Geschwister) am höchsten und fällt mit zunehmender genetischer Distanz deutlich ab.

Studien
  • Sullivan, Kendler & Neale (2003) — Meta-Analyse von Zwillingsstudien, Heritabilität Schizophrenie ca. 81 %. Archives of General Psychiatry. Paper suchen
  • Kendler et al. (2003) — Unterschiedliche genetische und Umwelt-Einflüsse für Konsum vs. Abhängigkeit. Archives of General Psychiatry. Paper suchen
  • Sullivan (2005) — Übersichtsartikel zur Genetik der Schizophrenie. PLoS Medicine. Paper suchen
2
Eigene psychische Gesundheit Depression, Angst, PTBS, Bipolar
Kernbefund

Depression, Angststörungen, PTBS, Bipolar und ADHS erhöhen das Sucht-Risiko deutlich. PTBS verdoppelt ungefähr das Risiko einer Substanzgebrauchsstörung. Bei bipolaren Störungen besteht zusätzlich ein erhöhtes Psychose-Risiko unter Psychedelika.

Studien
  • Grant et al. (2015) — Epidemiologie der DSM-5-Drogengebrauchsstörung, Komorbidität mit psychiatrischen Diagnosen. JAMA Psychiatry. Paper suchen
  • Khantzian (1997) — Selbstmedikations-Hypothese: Menschen mit psychischen Erkrankungen konsumieren oft, um Symptome zu dämpfen. Harvard Review of Psychiatry. Paper suchen
  • McCauley et al. (2012) — Systematischer Review zu PTBS und komorbider Suchtstörung. Clinical Psychology: Science and Practice. Paper suchen
3
Körperliche Gesundheit Herz-Kreislauf, Epilepsie, Glaukom
Kernbefund

Körperliche Vorerkrankungen sind keine direkten Sucht-Prädiktoren, aber klare Kontraindikationen für spezifische Substanzen: Psychedelika erhöhen Blutdruck und Herzfrequenz (Risiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen), senken die Krampfschwelle (bei Epilepsie gefährlich) und können den Augeninnendruck erhöhen (kritisch bei Glaukom).

Studien
  • Nichols (2016) — Umfassender Review zur Pharmakologie klassischer Psychedelika inkl. körperlicher Wirkmechanismen. Pharmacological Reviews. Paper suchen
  • Johnson, Richards & Griffiths (2008) — Sicherheitsleitlinien für Humanstudien mit Halluzinogenen — Goldstandard für Screening. Journal of Psychopharmacology. Paper suchen
4
Medikamente SSRIs, MAO-Hemmer, Lithium – Wechselwirkungen
Kernbefund

MAO-Hemmer in Kombination mit serotonergen Substanzen (LSD, Psilocybin, MDMA, DMT) können ein lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom auslösen. SSRIs dämpfen die psychedelische Wirkung teils, erhöhen aber ebenfalls das Syndromrisiko. Lithium senkt zusätzlich die Krampfschwelle.

Studien
  • Gillman (2006) — Klinischer Review zu MAO-Hemmern, Opioiden und Serotonin-Toxizität. British Journal of Anaesthesia. Paper suchen
  • Malcolm & Thomas (2022) — Wechselwirkungen zwischen Psychedelika und Psychopharmaka — Praxis-Review. Neuropharmacology. Review suchen
  • Sarparast et al. (2022) — Systematische Erfassung dokumentierter Psychedelika-Psychopharmaka-Interaktionen. Psychopharmacology. Paper suchen
5
ACE-Score (Kindheit) Kindheitsbelastungen als Prädiktor
Kernbefund

Menschen mit 4 oder mehr belastenden Kindheitserfahrungen (Missbrauch, Vernachlässigung, Sucht oder psychische Erkrankung in der Herkunftsfamilie) haben ein 4- bis 12-fach erhöhtes Risiko für Alkohol- oder Drogenprobleme gegenüber Menschen ohne ACE-Belastung. Die Dosis-Wirkungs-Beziehung ist eine der am besten replizierten Befunde der Sucht-Epidemiologie.

Studien
  • Felitti, Anda et al. (1998) — Die ursprüngliche Kaiser-Permanente-ACE-Studie mit über 17.000 Erwachsenen. American Journal of Preventive Medicine. Paper suchen
  • Hughes et al. (2017) — Systematischer Review und Meta-Analyse zu Gesundheitsfolgen multipler ACEs. The Lancet Public Health. Paper suchen
  • Dube et al. (2003) — ACEs und illegaler Drogenkonsum, spezifische Dosis-Wirkungs-Kurven. Pediatrics. Paper suchen
6
Urbanizität der Kindheit Schizophrenie-Risiko nach Aufwachsort
Kernbefund

Wer in einer Großstadt (> 500.000 Einwohner) aufwächst, hat ein etwa doppelt so hohes Schizophrenie-Risiko wie jemand in ländlicher Umgebung — mit klarem Dosis-Wirkungs-Effekt nach Stadtgröße und Dauer. Die genauen Mechanismen (sozialer Stress, Luftverschmutzung, Infektionsexposition) werden noch erforscht.

Studien
  • Pedersen & Mortensen (2001) — Dänisches Bevölkerungsregister mit 1,9 Mio Personen, klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Archives of General Psychiatry. Paper suchen
  • Vassos et al. (2012) — Meta-Analyse über mehrere Länder bestätigt den Effekt. Schizophrenia Bulletin. Paper suchen
7
Persönlichkeit Impulsivität, Sensation Seeking, Optimismus
Kernbefund

Hohe Impulsivität und Sensation Seeking sind robuste Risikofaktoren für Substanzgebrauchsstörungen. Umgekehrt wirken Selbstkontrolle, Optimismus und Gewissenhaftigkeit protektiv — mit überraschend großen Effekten bis in höhere Lebensalter.

Studien
  • Zuckerman & Kuhlman (2000) — Risiko-Persönlichkeitsfaktoren über Substanzen hinweg. Journal of Personality. Paper suchen
  • Conrod et al. (2013) — Persönlichkeits-basierte Präventionsprogramme reduzieren Alkoholkonsum bei Jugendlichen. JAMA Psychiatry. Paper suchen
  • Moffitt et al. (2011) — Dunedin-Kohorte: Selbstkontrolle im Kindesalter prognostiziert Gesundheit und Suchtverhalten als Erwachsener. PNAS. Paper suchen
8
Beruflicher Kontext Branchenspezifische Risikofaktoren
Kernbefund

In Gastronomie, Bau und Bergbau haben ca. 19 % der Beschäftigten eine Substanzgebrauchsstörung — gegenüber ca. 9 % im Gesamtdurchschnitt. Treiber sind Stress, unregelmäßige Arbeitszeiten, Substanz-Verfügbarkeit und eine Arbeitskultur, in der Konsum normalisiert ist.

Studien
  • SAMHSA NSDUH (2015) — National Survey on Drug Use and Health, branchenspezifische Auswertung. US Health and Human Services. Report suchen
  • Bush & Lipari (2015) — „Substance Use and Substance Use Disorder by Industry" — konkrete Prozentzahlen pro Branche. NSDUH Data Review. Report suchen
9
Beziehungsstatus Der „Marriage Effect“ als Schutzfaktor
Kernbefund

Verheiratete Menschen haben ein 20–40 % niedrigeres Risiko einer Substanzgebrauchsstörung als Singles. Der Effekt ist bei Männern ausgeprägter und tritt bereits in den ersten Ehejahren ein. Trennung und Scheidung sind umgekehrt ein akuter Risikoschub.

Studien
  • Bachman et al. (2002) — Longitudinale Monitoring-the-Future-Daten: Rollenübergänge reduzieren Substanzkonsum. Journal of Marriage and Family. Paper suchen
  • Leonard & Homish (2008) — Prädiktoren schweren Trinkens in den ersten vier Ehejahren. Psychology of Addictive Behaviors. Paper suchen
10
Spiritualität / Gemeinschaft Nachgewiesener Schutzeffekt
Kernbefund

Regelmäßige spirituelle Praxis oder Einbindung in eine religiöse/meditative Gemeinschaft korreliert mit deutlich reduzierten Raten von Sucht, Depression und Angststörungen. Der Effekt geht über reine sozioökonomische Faktoren hinaus und zeigt sich über verschiedenste Traditionen hinweg.

Studien
  • Koenig (2012) — Großer Review: Religiosität/Spiritualität und Gesundheitsoutcomes — starke inverse Korrelation mit Sucht. ISRN Psychiatry. Paper suchen
  • Moreira-Almeida et al. (2006) — Systematischer Review zu Religion und psychischer Gesundheit. Revista Brasileira de Psiquiatria. Paper suchen
  • Chen & VanderWeele (2018) — Harvard-Langzeitstudie: Gottesdienstbesuch in Jugend und spätere Drogennutzung. American Journal of Epidemiology. Paper suchen
11
Einkommen & Stress Sozioökonomische Faktoren
Kernbefund

Chronischer finanzieller Stress erhöht das Suchtrisiko unabhängig von anderen Faktoren. Neurobiologisch sensibilisiert Dauerstress das Dopamin-System für kurzfristige Belohnungen — Substanzen treffen dann auf ein besonders empfängliches Gehirn.

Studien
  • Sinha (2008) — Chronischer Stress, Drogenkonsum und Vulnerabilität für Sucht. Annals of the New York Academy of Sciences. Paper suchen
  • Koob & Volkow (2016) — Neurobiologie der Sucht: Stress-Systeme und Craving. The Lancet Psychiatry. Paper suchen
12
Soziale Isolation Einsamkeit als Risikofaktor
Kernbefund

Anhaltende Einsamkeit ist ein unabhängiger Prädiktor für Substanzprobleme und verschlechtert den Krankheitsverlauf bei bestehender Sucht erheblich. Umgekehrt sind stabile soziale Bindungen einer der stärksten bekannten Schutzfaktoren.

Studien
  • Cacioppo & Cacioppo (2014) — Soziale Beziehungen und Gesundheit: die toxischen Effekte wahrgenommener sozialer Isolation. Social and Personality Psychology Compass. Paper suchen
  • Ingram et al. (2020) — Systematischer Review: Einsamkeit bei Menschen mit Substanzproblemen. Drug and Alcohol Review. Paper suchen
13
Substanzerfahrung Alter beim Erstkonsum, Frequenz, Suchtgeschichte
Kernbefund

Erstkonsum vor dem 15. Lebensjahr vervierfacht das spätere Alkoholabhängigkeits-Risiko gegenüber Erstkonsum ab 21. Eine bestehende Suchtgeschichte ist der stärkste Einzelprädiktor für künftige Cross-Addictions — das Gehirn hat die Muster bereits gelernt.

Studien
  • Grant & Dawson (1997) — Alter beim Erstkonsum und DSM-IV-Alkoholabhängigkeit. Journal of Substance Abuse. Paper suchen
  • Odgers et al. (2008) — Dunedin-Kohorte: früher Konsum prognostiziert Probleme Jahrzehnte später. Psychological Science. Paper suchen
  • Hasin et al. (2013) — Epidemiologie von DSM-5-Alkoholgebrauchsstörung, Rückfallmuster. JAMA Psychiatry. Paper suchen
14
Safe Use Mindset Harm-Reduction-Wissen und Verhalten
Kernbefund

Nutzer mit informierter Vorbereitung, niedrigen Einstiegsdosen und bewusster Set-&-Setting-Wahl haben deutlich seltener negative oder problematische Erfahrungen. Besonders bei Psychedelika ist Vorwissen und achtsamer Umgang eine der wirksamsten Einflussgrößen auf Outcome-Qualität.

Studien
  • Hartogsohn (2016) — Set und Setting bei Psychedelika: Mechanismen und Evidenz. Journal of Psychopharmacology. Paper suchen
  • Carbonaro et al. (2016) — Survey zu 1.993 schwierigen Psilocybin-Erfahrungen: Prädiktoren für negative Outcomes. Journal of Psychopharmacology. Paper suchen
  • Haden et al. (2016) — Risiko-Kommunikation und Harm Reduction bei Psychedelika. Journal of Psychoactive Drugs. Paper suchen
15
Aktuelle Lebenssituation Stress, Krisen, Schlafqualität
Kernbefund

Akuter emotionaler Stress ist einer der stärksten Kurzfrist-Trigger für Substanzkonsum und Rückfall. Chronisch schlechter Schlaf sensibilisiert zusätzlich das Belohnungssystem. Umgekehrt ist eine als stabil empfundene Lebensphase ein deutlicher Schutzfaktor — auch unabhängig von Einkommen oder Partnerschaft.

Studien
  • Sinha (2008) — Stress und Vulnerabilität für Substanzkonsum und Rückfall. Annals of the New York Academy of Sciences. Paper suchen
  • Koob & Volkow (2016) — Neurobiologie von Stress, Craving und Rückfall. The Lancet Psychiatry. Paper suchen
  • Hasler et al. (2012) — Schlafqualität und Substanzgebrauchsstörungen: bidirektionaler Zusammenhang. Clinical Psychology Review. Paper suchen

Die Wissenschaft dahinter

Eine Auswahl der Studien und Meta-Analysen, auf denen dieser Test basiert.

4–12×
Erhöhtes Risiko für Alkohol- und Drogenprobleme bei Menschen mit 4 oder mehr belastenden Kindheitserfahrungen (ACEs). Felitti et al., ACE-Studie
~50%
Der Variabilität im Suchtrisiko geht auf genetische Faktoren zurück, 40–70% je nach Substanz. Twin & Family Studies Meta-Analysis
34%
Übergangsrate von cannabis-induzierter Psychose zu Schizophrenie – am höchsten bei familiärer Vorbelastung. Murrie et al., Schizophrenia Bulletin
−13%
Risikoreduktion für problematischen Substanzkonsum durch spirituelles Engagement (540.712 Teilnehmer). JAMA Psychiatry 2026
19%
Der Arbeiter in Gastronomie und Bau haben eine Substanzgebrauchsstörung – höchste Rate aller Branchen. SAMHSA NSDUH
2×
Höheres Schizophrenie-Risiko bei urbanem Aufwachsen – mit klarer Dosis-Wirkungs-Beziehung. Vassos et al., Meta-Analysis

Häufige Fragen